Zwischen sozialer Isolation und antidemokratischen Tendenzen
Gesellschaftlicher Zusammenhalt gilt als Grundpfeiler einer stabilen Demokratie. Gleichzeitig fühlen sich immer mehr Menschen einsam und sozial isoliert. Dadurch stellt sich die Frage nach dem Zusammenhang zwischen Einsamkeit und politischen Haltungen: Macht anhaltende Isolation empfänglicher für populistische Botschaften, Verschwörungserzählungen oder extremistische Ideologien? Nutzen antidemokratische Akteur*innen gezielt Gefühle von Ausgrenzung und fehlender Zugehörigkeit, um Menschen an sich zu binden? Und wie lässt sich erklären, dass manche Einsamkeitserfahrungen politisch folgenlos bleiben, während andere in Radikalisierung münden?
Zugleich steht die Politik vor der Frage, welche Verantwortung sie für die Stärkung gesellschaftlicher Bindungen trägt. Reicht es aus, auf individuelle Resilienz zu setzen, oder braucht es strukturelle Investitionen in Begegnungsräume, soziale Infrastruktur und demokratische Bildungsarbeit? Und was geschieht, wenn solche Angebote fehlen oder unter finanziellem Druck stehen?
Unter diesen Leitfragen wird das Podium die Wechselwirkungen zwischen Einsamkeit, gesellschaftlichem Zusammenhalt und antidemokratischen Tendenzen diskutieren.
Es diskutieren: Andreas Kemper (Publizist und Soziologe), Hanna Poddig (Aktivistin und Autorin), Ika Sperling (Comiczeichnerin und Illustratorin), Jakob Springfeld (Aktivist und Autor), Bernd Zywietz (Leiter des Bereichs Politischer Extremismus, jugendschutz.net)
Moderation: Paul Striefler (Politischer Bildner und Medienschaffender)
In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung Rheinland-Pfalz.
