Menschen am Sonntag
Dokumentation/Neue Sachlichkeit, Deutschland, 1930, von Robert Siodmak, 74 Minuten; FSK: 0
Ein Sommertag im Berlin der 1920er-Jahre: Vier junge Menschen vertreiben sich gemeinsam die Zeit, gehen baden, hören Musik, flirten miteinander und gehen wieder ihrer Wege. Nicht die Story steht hier im Vordergrund, sondern aufmerksam beobachtete Nebensächlichkeiten. Schellackplatten werden aufgelegt und zaghaft Sympathien ausgelotet, Blicke erzeugen eine sommerluftgeschwängerte Leichtigkeit, die dem Film bis heute seinen avantgardistischen Charme verleiht. Doch: Was ist das eigentlich für eine Welt, in der sich alle die ganze Woche nur auf das Wochenende freuen?
Der Film wird live durch das Gramm Art Project mit Julian Gramm (Gitarre) und Thomas Bugert (Kontrabass) untermalt und jazzig modern in Szene gesetzt. Mit seinen avantgardistischen Stummfilm-Inszenierungen ist das Ensemble seit zehn Jahren bundesweit und im angrenzenden Ausland unterwegs und beeindrucken das Publikum auch ein Jahrhundert nach der Blütezeit dieses Genres mit live begleiteten Stummfilmen.
