Diagnose Einsamkeit?
Einsamkeit macht krank und Krankheit macht einsam. Chronische Einsamkeit erhöht das Risiko für Depressionen, Angststörungen, Sucht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Demenz und vorzeitige Sterblichkeit. Umgekehrt führen Mobilitätseinschränkungen, Pflegebedürftigkeit, Stigmatisierung und fehlende Teilhabe oft zu sozialem Rückzug. Weltweit werden jährlich rund 871.000 Todesfälle mit Einsamkeit in Verbindung gebracht.
Wie soll die Medizin damit umgehen? Braucht es die Diagnose „Einsamkeit“ oder Angebote wie „Gemeinschaft auf Rezept“? Welche Rolle hat das Gesundheitssystem bei Prävention und Versorgung, und wie lassen sich soziale Interventionen finanzieren?
In einem Impulsvortrag werden die Entstehung von Einsamkeit sowie die gesundheitlichen Folgen dargestellt. In einer anschließenden Podiumsdiskussion wollen wir den Kreislauf zwischen Einsamkeit und Krankheit beleuchten und darüber diskutieren, wie dieser sich durchbrechen lässt.
Impulsvortrag: Dr. med. Jasmin Ghaemi (Oberärztin Psychosomatik, Psychokardiologie, Stressforschung, Universitätsmedizin Mainz)
Es diskutieren: Esther Boller (Referentin für Gesundheitspolitik der Techniker Krankenkasse – Landesvertretung Rheinland-Pfalz), Gerlinde Busch (Geschäftsführerin, Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Mainz e. V.), Dr. med. Jasmin Ghaemi, Dr. Barbara Römer (Landesvorsitzende des Hausärztinnen- und Hausärzteverbands Rheinland-Pfalz e. V.)
Moderation: Gesine Bonnet (Redakteurin, Autorin)
