Alle gegen alle – Warum unser Wirtschaftssystem Verbundenheit erschwert
Fleiß, Leistung und Innovation gelten als Grundlage unseres Wirtschaftssystems. Der neoliberale Kapitalismus betont Individualismus, Wettbewerb und die Idee der Leistungsgesellschaft. Dabei gerät jedoch ein grundlegendes menschliches Bedürfnis in den Hintergrund: Zugehörigkeit.
Studien zeigen, dass sich immer mehr Menschen abgehängt, benachteiligt und einsam fühlen. Einsamkeit tritt dabei häufig entlang sozialer Ungleichheiten auf. Armut und prekäre Lebenslagen erhöhen das Risiko sozialer Isolation und erschweren gesellschaftliche Teilhabe. Gleichzeitig wird vermittelt, dass Konsum glücklich macht, während soziale Medien zunehmend als Werbeplattformen fungieren.
Auch Veränderungen der Arbeitswelt – etwa lange Arbeitszeiten, Arbeitsverdichtung oder Homeoffice – können soziale Kontakte reduzieren. Freundschaften und Gemeinschaft wirken jedoch nachweislich stressreduzierend und fördern Wohlbefinden.
Vor diesem Hintergrund stellen sich die Fragen: Fördert unser Wirtschaftssystem gesellschaftliche Vereinzelung? Kann Kapitalismus mehr Gemeinschaft ermöglichen oder braucht es einen grundlegenden Wandel?
Es diskutieren: Mareike von Jungenfeld (Landesverband Rheinland-Pfalz, SPD), Daniel Köbler (Bürgermeister, Dezernent für Finanzen, Beteiligung und Sport, Stadt Mainz), Dr. Florian Maiwald (Philosoph), Rebecca Ruppert (Landesvorsitzende im Kreisverband Mainz/Mainz-Bingen, Die Linke)
Moderation: Elisa Rheinheimer
