Streitthema Transhumanismus

Gespräch

Hugo de Garis prognostiziert in seinem Aufsatz The Coming Artilect War, dass sich die Menschheit künftig ideologisch in drei Gruppen teilen wird: Die Terraner*in- nen kämpfen für den Erhalt der Natürlichkeit und des Homo Sapiens, die Cosmist*innen wollen Maschinen-Götter erschaffen und die dritte Gruppe sind die Transhumanist*innen/Cyborgist*innen, die danach streben, sich selbst in Gott-Maschinen zu verwandeln.

Die Interessen und Werte der Menschheit werden in den Augen der Transhumanist*innen, als „Verpflichtung zum Fortschritt“ angesehen. Die nächste Evolutionsstufe der Menschheit ist hier die Verschmelzung des menschlichen Körpers mit Technologie. Erstrebenswert ist die komplette Ablösung vom Körper, indem der menschliche Geist auf einer Festplatte gespeichert wird und in dieser Form die Zeiten überdauert. Geht es dieser Gruppe also um auserwählte Gott-Menschen, die als allmächtige und unsterbliche Götter leben? Gelten Karma, Wiedergeburt, Sünde und Ethik für sie nicht mehr? Sind Normen unseres heutigen Miteinanders noch sinn- und zweckerfüllend für eine neue Spezies? Endlicher Körper und unendlicher Geist, Geburt und Tod, Bewusstsein und Vergessen, Sein und Nichtsein – ist das nicht die Intensität des Lebens? Und gründet in ihr nicht unsere Humanität?

Es diskutieren: Christopher Coenen (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Institut für Technikfolgenabschätzung und System- analyse (ITAS), Universität Karlsruhe), Benjamin Eidam (Vorstandsvorsitzender der Transhumanen Partei Deutschland), Prof. Dr. Stefan L. Sorgner (Philosoph)

Moderation: Sonja Kastilan (Redakteurin, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)

Wann? [Mo] 11.30 Uhr | Kleines Zelt