Parteien – Auslaufmodell oder Aufbruchstimmung?

Eröffnungspodium

Parteien bilden eines der zentralsten und wichtigsten Standbeine unserer Demokratie: Sie ermöglichen Interessengruppierungen, können Wählerstimmen hinter sich vereinen und so politische Reformvorhaben effektiv voranbringen und sie bieten den Wähler*innen eine Beteiligung an institutionalisierten Prozessen jenseits der einmaligen Stimmabgabe bei den Wahlen. Doch die vielbeschworene „Basis“ scheint ihnen mehr und mehr abhandenzukommen. Es macht den Eindruck, dass die Parteien politischen Veränderungen zunehmend im Weg stehen statt sie voranzubringen.
Brüche, Veränderungen und Abgesänge im und auf das Parteiensystem sind nicht neu. Und doch scheint sich aktuell etwas verändert zu haben: Schwerfällige, eingerostete Tanker scheinen da in den Parlamenten zu dümpeln, von politischer Pragmatik zu eingelullt, um visionäre Reformvorhaben zu entwickeln und die konstruktive Debatte mit dem politischen Gegner zu suchen.
Sind Parteien noch eine zeitgemäße Interessenvertretung? Haben sie ein historisches Potenzial, das es zu bewahren gilt, oder sind sie nur Überbleibsel aus einer anderen Zeit, zu träge und eingerostet für die anstehenden und längst vorangeschrittenen Veränderungen?

Es diskutieren: Prof. em. Dr. Michael Hartmann (Soziologe, Technische Universität Darmstadt), Marie Wachinger (Doktorandin in Politikwissenschaften, Freie Universität Berlin), Prof. Dr. Hubert Kleinert (Politikwissenschaftler, Hessische Hochschule für Polizei und Verwaltung, Gießen), Dr. Alexander Plitsch (Vorsitzender Demokratie in Bewegung, Berlin)

Moderation: Marietta Gädeke (Deutsche Meisterin im Debattieren, Inhaberin der Trainingsfirma Lilit Kommunikation, Mainz)

©Moritz Müller