Madanii

Wer bestimmt was „normal“ ist? Und was, wenn man selbst niemals in diese vermeintliche Norm passen wird, so sehr man es auch versucht? Das Gefühl der Andersartigkeit begleitet die als Kind iranischer Flüchtlinge in Deutschland geborene Dena Madani schon ihr ganzes Leben lang. Ihre nachdenklichen Popsongs handeln von Selbstzweifeln, die unter der Oberfläche brodeln, von Rasierklingen, mit denen dunkle Armhaare entfernt und buschige Augenbrauen gezähmt werden, um bloß nicht herauszustechen. Zusammen mit dem Produzenten Lucas Herweg vermischt sie als Madanii traditionelle iranische Instrumente mit wummernden Clubbässen, die sich mit glasklarem Gesang zu Hymnen des Alternative RnB aufschwingen. Dieses Spiel mit Uneindeutigkeiten ist in Zeiten, in denen sich das gesellschaftliche Klima gegen das „unbekannte Fremde“ verschärft, eine bewusste Provokation. Statt sich schwarz-weißem Schubladendenken zu fügen, machen Madanii sich ihre Gegensätze zu eigen und umarmen ihre Andersartigkeit.

http://madanii.com/

Wann? [Mo] 10.00 Uhr | Auf der Mauer

Foto ©Colin Audette