Geist ohne Körper

Vortrag

Die Machtübernahme einer autonom handelnden, den Menschen an Fähigkeiten überragenden Maschine ist ein Lieblingsthema der Hollywood-Autor*innen und Youtube-Aluhutträger*innen. Doch die Idee, dass sich Denken auf Maschinen übertragen lässt, reicht schon bis in das 17. und 18. Jahrhundert zurück, als die ersten Rechenmaschinen konzipiert wurden. Zu dieser Zeit wurde auch ein Begriff des Denkens manifest, der Denken als rein logische Operation verstand und damit die Idee schuf, dass es vom Körper losgelöst werden könne. Dieser Ansatz war auch entscheidend für die Forschung im Feld Künstlicher Intelligenz, die im 20. Jahrhundert Meilensteine erreichte wie den Sieg des Schachcomputers Deep Blue über Schachweltmeister Garri Kasparow. Und die vom menschlichen Gehirn inspirierten neuro- nalen Netze entwickeln sich weiterhin rasant. Dies wirft philosophische Fragen auf – aber auch ganz praktische. Wie viel Denken und welche Entscheidungen wollen wir einem Geist ohne Körper überlassen, und wo muss der Mensch am Steuer bleiben?

Es spricht: Prof. Dr. Martina Heßler (Historikerin mit Forschungsschwerpunkt Mensch-Maschine-Interaktion, Hamburg)

Wann? [So] 13.30 Uhr | Kleines Zelt