Enthinderung von Körpern - Möglichkeiten und Herausforderungen für die Zukunft

Podium

Enthinderung meint, im Gegensatz zu Behinderung, aktiv gegen Beeinträchtigungen anzugehen, um so Teilhabe und Inklusion im gesellschaftlichen Alltag zu ermöglichen. Vor allem auf der politischen, technisch/ wissenschaftlichen und kulturellen Ebene werden Enthinderungsbestrebungen am deutlichsten sichtbar. Gleichwohl kann gegenwärtig noch nicht von einer enthinderten und inklusiven Gesellschaft die Rede sein. Nach wie vor prägen stereotype Vorstellungen gegenüber Menschen mit Behinderungen das Handeln und Denken von Menschen ohne Behinderungen. Dies kann über Mitleidsbekundungen, Abwertungen oder gar Überhöhungen als Mensch-Maschinen zu sozialen Ausgrenzungen führen. Für eine egalitäre Zukunftsgesellschaft ist dies kontraproduktiv. Mit Blick auf unser Festivalthema Körperbau fragen wir uns daher: Wie wandelt sich das Denken und Handeln der Menschen im Hinblick auf diese politi- schen, technisch/wissenschaftlichen und kulturellen Entwicklungen? Welche Tendenzen zeichnen sich bislang ab und wie werden sie sich in Zukunft verändern? Was bedeutet „Enthinderung in der Zukunft“ schon heute? Wie kann Enthinderung weitergedacht werden – gibt es angesichts technischen Fortschritts neue Privilegien und damit auch neue Ungleichheiten?

Es diskutieren: Enno Park (Gründungsmitglied und Mit-Vor- sitzender des Cyborgs e. V., Berlin), Lothar Schwalm (Zen- trum für selbstbestimmtes Leben, Mainz), Christian Bayerlein (Diplom-Infor- matiker, Koblenz) und Corinna Rüffer (MdB, Sprecherin für Behindertenpolitik und Bürgerangelegenheiten der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Berlin).

Moderation: Christian Papadopoulos (designbar Consulting, Bonn)

In Kooperation mit der Heinrich Böll Stiftung RLP e.V.

Wann? [Sa] 15.30 Uhr | Kleines Zelt

 

Schriftdolmetscher*innen:

Im Kontext der Bemühungen, Barrieren abzubauen und ein für alle Gäste attraktives Programm zu gestalten, lässt das OPEN OHR Festival 2018 erstmals ausgewählte Veranstaltungen durch Schriftdolmetscher*innen begleiten. Am Samstag, den 19. Mai werden das Eröffnungspodium „Der getunte Körper“ (11.30 Uhr, Drususstein), die Diskussionsrunde „Enthinderung von Körpern“ (15.30 Uhr, Kleines Zelt) sowie das Theaterstück „Singularity“ (17.45 Uhr, Großes Zelt) durch Fachleute der Kombia GbR Darmstadt aufbereitet, um sie auch für Menschen mit Hörbeeinträchtigung zugänglich zu machen.