Die Grenzen der Natur: Der gebaute Mensch

von Frank Kaspar - Radio-Feature und Graphic Recording

Dieser Beitrag führt uns in die Vergangenheit, um den Blick für die Zukunft zu schärfen. Denn die Verbindung von Mensch und Maschine hat bereits vor Jahrhunderten begonnen. Schon der vorchristliche Mensch beschäftigte sich mit dem Körper auf besondere Weise, nämlich mit dem Gedanken der leiblichen Wiederauferstehung. Der Körper wurde hier in idealisierter Weise wieder hervorgeholt und konnte ewig leben. In der Renaissance verstanden Philosoph*innen und Mediziner*innen den Menschen dann als Baumeister*in seiner selbst. Und im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts fanden noch stärkere Verschiebungen der Grenzen zwischen Körper und Technik statt. Davon zeugen die Bilder der Dadaist*innen: Fotomontagen von Hanna Höch und Raoul Hausmann kombinieren Gesichter mit Motoren und Maschinenteilen. Und auch die Erfindung des Bodybuilding fällt in die ersten Jahrzehnte des zwanzigsten Jahrhunderts. Hier beginnen die bewusste Fragmentierung und das Training einzelner Körperteile. Und aktuell stehen wir vor der Möglichkeit, über Genscheren ungewünschte DNS zu entfernen und immer noch vor der Frage: Ist der neue technische Mensch ein freier Mensch?

Mit freundlicher Genehmigung von Deutschlandfunk Kultur und Frank Kaspar (Freier Journalist, Berlin)
Beitrag vom 14.09.2017 | ZEITFRAGEN

Es visualisiert: Michael Geiß-Hein alias Mister Maikel (Gra- phic Recorder, Mainz)

Wann? [Sa] 13.30 Uhr | Kleines Zelt