Christian Wolkenstein - Arm an Wohnraum (Statementausstellung)

Was zeigt unsere Wohnsituation?

Spannend an dem Thema „Keinraumwohnung“ (Wohnraummangel) ist für mich, dass es die größer werdende Ungleichheit der Einkommensverteilung – in Form von sozialer Segregation – abbildet. In den Städten hat die räumliche Ballung von Menschen, die Sozialleistungen beziehen, in den letzten Jahren zugenommen, besonders in Ostdeutschland. Meine Heimatstadt Schwerin führt die „Segregationsliste“ deutscher Städte an, während sich Mainz am Ende der Liste wiederfindet. (siehe Seite 30: Marcel Helbig, Stefanie Jähnen: Wie brüchig ist die soziale Architektur unserer Städte? Trends und Analysen der Segregation in 74 deutschen Städten, Discussion Paper (Wissenschaftszentrum Berlin, pdf-Format, 207 Seiten).

Die Segregation ist ein sicht- und messbares Ergebnis des wachsenden Unterschiedes zwischen Arm und Reich. Dieses – immer offensichtlicher zu Tage tretende – Ergebnis der sozialen Ungleichheit muss genutzt werden, um den politischen Druck weiter zu erhöhen, damit Einkommensunterschiede wieder verringert werden.

Aus meiner Sicht sind die immer weiter steigenden Einkommensunterschiede Hauptursache für das steigende Misstrauen in die Politik und der wachsenden Enddemokratisierung unserer Gesellschaft. Deshalb lohnt es sich umso mehr, das Thema Wohnraummangel immer wieder ins Gedächtnis zu rufen. Das wird in den kommenden Jahren so bleiben, und ich hoffe, dass das Open Ohr Festival auch im nächsten Jahr das Thema Wohnraummangel zu seinem Thema macht.

Flyer zur Ausstellung

Foto: ©Christian Wolkenstein

©Christian Wolkenstein