Susanna Storch - Ausstellung Fassaden

Seit einigen Jahren arbeite ich – neben Auftragsportraits u. a. - schwerpunktmäßig an der Serie Fassaden, wobei der Fokus auf der Darstellung zufällig beobachteter Alltäglichkeit im urbanen Kontext liegt. Fensterszenen werfen einen flüchtigen Blick auf das Leben der anonymen Bewohner, an der Grenze zwischen privatem und öffentlichem Raum. Der Fantasie des Betrachters bleibt es überlassen, Geschichten hinter diesen Momentaufnahmen zu erahnen oder auszudenken.

Die Gemälde basieren auf fotografischen Motiven, die ich an unterschiedlichen Orten in Europa und Lateinamerika gefunden habe – so z.B. in Paris, London, Mainz, Santiago de Chile, Lissabon, Medellín, Prag und Tallin. Gerne hätte ich in diesem Rahmen meine Bilder einem größeren Publikum in einer Ausstellung vorgestellt - jetzt also leider nur virtuell.

Für mich besteht ein indirekter, hier bildlicher Bezug zur Thematik des diesjährigen OPEN OHR Festivals, dem Wohnen – wenn auch nicht explizit zur aktuellen Problematik des Wohnungsmangels, der rasanten Mietpreissteigerungen, des Rückbaus der Sozialwohnungen und der Rolle der Immobilienkonzerne. Hier gibt es jedenfalls Gesprächs- und dringenden Handlungsbedarf von Seiten der Politik – der "Mietendeckel" in Berlin ist da ein Anfang.

Das Thema urbanes Wohnen bzw. die Entwicklung zukunftsfähiger und auf die Bedürfnisse der Bewohner zugeschnittener Konzepte der Stadtplanung beschäftigt mich insbesondere wegen der Aktivitäten des Projektes ‚Urban Lab Medellín / Berlin’, das mein Sohn Max mit gleichgesinnten Architekten gegründet hat und das ich mit Interesse begleite - auch einmal schon mit persönlichem Engagement in einem Kunstprojekt vor Ort in Kolumbien. Das Projekt versteht sich als ‚Think-Do-Tank’ - mit Architekten und Studierenden werden innovative und partizipative Modelle des urbanen Wohnens erörtert und entwickelt, mit dem Ziel, „Strategien zu entwickeln, die über das Wohnen hinaus gehen, die funktionale Trennung überwinden und Arbeit, Produktion, Handel, Kultur, Grünflächen, Sport, Bildung und den öffentlichen Raum integrieren“ (urbanlabmedellinberlin.com).

Foto: © Thomas Brenner

Foto: © Thomas Brenner
Foto: © Thomas Brenner