Das Thema 2015

Seit einiger Zeit ist die Freie Projektgruppe an der Themenfindung für das nächste OPEN OHR Festival.
Sobald  das Thema spruchreif ist, wird es hier auf der Webseite veröffentlicht.  Das dazugehörige Thesenpapier gibt es dann natürlich auch für alle!!!

Rückblick auf das Thema 2014

Maikäfer flieg

Thesenpapier als PDF-Download


Bleibt Weltfrieden ein Traum?

Schon immer führen Menschen Krieg, um Konflikte auszutragen und Macht zu sichern. Ihre Ziele erreichen gegnerische Kriegsparteien, indem sie einander größtmögliches Leid zufügen. Gleichzeitig herrscht in vielen Kulturen große Kriegsfaszination. Dann ist die Rede von Kriegskunst, Soldaten werden verehrt und Siege gefeiert. Die vielen Bemühungen der letzten Jahrzehnte, Krieg vertraglich in humanere Bahnen zu lenken, können nichts an der Grausamkeit und dem Leid ändern, das jeder Einsatz von Waffen verursacht.

Weltweit sind in den letzten Jahren etliche Protestbewegungen entstanden, gegen die Finanzmärkte, für mehr Demokratie, gegen Überwachung. Doch alle diese Bewegungen können nur langfristigen Erfolg haben, wenn sie gemeinsam ein viel tieferes Problem bekämpfen: Den Machtmissbrauch in Konfliktsituationen.

Wir, der Westen

Die westlichen Industrienationen genießen das Privileg, auf ihrem Boden seit Jahrzehnten keinen Krieg mehr gesehen haben zu müssen. Doch das bedeutet nicht, dass sie keine Kriege führen. Ihre Beteiligung ist vielfältig und reicht von der Produktion und dem Export von Rüstungsgütern über die Unterstützung verbündeter Nationen durch die Entsendung bewaffneter Streitkräfte bis hin zum fragwürdigen Präventivschlag.

Doch nur weil sich diese Staaten im Krieg befinden, braucht dies keinen direkten Einfluss auf ihre Bevölkerung zu haben. Wer sich damit nicht konfrontieren möchte, kann sich dem bewusst entziehen.

Überleben im Krieg

Diese Wahl haben diejenigen, die mit dem Krieg leben müssen, nicht. Sie sind riskanten und menschenunwürdigen Bedingungen ausgesetzt und gezwungen, die brutalen Folgen des Krieges zu erleiden. Die Überlebenden müssen Armut, Migration, Demütigungen und Verletzungen ertragen. Krieg traumatisiert und verändert alle Beteiligten und nachfolgenden Generationen nachhaltig. Wie schaffen es Menschen, dem Stand zu halten und ihren Lebensmut nicht zu verlieren?

Waffen statt Brot

Trotz aller Verluste, die ein Krieg mit sich bringt, gibt es eine Beteiligte, die immer von ihm profitiert: Die Rüstungsindustrie. Denn statt konsequent zu versuchen, Frieden zu schaffen und zu sichern, investieren viele Staaten in die Aufrüstung. Das hier investierte Geld fehlt dann oft bei der Bekämpfung humanitärer Missstände. Doch Waffenhandel ist ein lukratives Geschäft, aus dem auch die Zivilmacht Deutschland als weltweit drittgrößter Rüstungsexporteur Gewinn schlägt. Zwar gibt es gesetzliche Vorkehrungen, die die Waffenausfuhr reglementieren sollen. Trotzdem tauchen deutsche Waffen immer wieder in Ländern auf, in denen Menschenrechte mit Füßen getreten werden. Wer bestimmt wirklich wo deutsche Waffen hingehen?

Der „Neue Krieg“

Kriegsführung hat sich über die Jahrtausende stark gewandelt. Der Erste Weltkrieg brachte das Giftgas, der Zweite die Atombombe. Mittlerweile verwenden verschiedene Staaten Drohnen, die ferngesteuert töten. In naher Zukunft sind voll autonome Modelle geplant. Vielleicht bedarf die nächste Stufe der Kriegstechnologie nicht einmal mehr menschlicher Entscheidungsfähigkeit. Diese technische Optimierung schafft das Trugbild eines sauberen Krieges, bei dem nur die vermeintlich Bösen sterben müssen. Doch dies verschleiert nur die Tatsache, dass Krieg grausam ist und in ihm Menschen getötet werden.

Bilder vom Krieg

Die vermeintliche Reduktion der personellen Verluste auf eigener Seite durch den Einsatz moderner Technologien machen sich die Großmächte zunutze, um mediale Aufmerksamkeit zu vermindern. Dem wirkt die zivile Berichterstattung durch das Internet entgegen. Betroffene in Krisengebieten haben die Möglichkeit, ihre Erfahrungen weltweit zu teilen. Wie verändern diese persönlichen Eindrücke unseren Zugang zum Geschehen?

Auch von etablierten Medien werden zivile Zeugnisse aufgegriffen und erweitern die traditionelle Berichterstattung. Ihre journalistische Arbeit und Beurteilung der Ereignisse nehmen großen Einfluss auf die kriegsferne Öffentlichkeit. Doch kann der Journalismus im Chaos des Kriegsgeschehens überhaupt objektiv bleiben? Was sind die Möglichkeiten der Kriegsberichterstattung und wo liegen ihre Grenzen?

Im Namen des Friedens

Kriege gibt es schon immer und immer aufs Neue, doch das einzige, was sie augenscheinlich bringen, sind Leid und Tod. Obwohl die Stimmen der Kriegsgegner und Kriegsgegnerinnen lauter klingen als die der Befürworter und Befürworterinnen, rollen immer wieder Panzer. Wer will den Krieg und warum wollen sie ihn? Wieso gibt es internationale Vereinbarungen, wenn sich Staaten einfach darüber hinwegsetzen? Gibt es einen Anspruch auf Frieden, der Krieg legitimiert? In akuten Situationen scheint eine militärische Intervention oft die schnellste und unmittelbarste Möglichkeit, einzugreifen und Menschen zu schützen. Darf und kann Krieg eingesetzt werden um Frieden zu schaffen? Wem steht es überhaupt zu, über Krieg und Frieden zu richten? Die, die letztlich unter den Konsequenzen leiden, werden nicht gefragt.

Denn Krieg wird von wenigen entschieden, von einigen geführt und von vielen erlitten. Die meisten jedoch sind stumme Zuschauerinnen und Zuschauer, an deren Alltag das Kriegsgeschehen in fernen Ländern oft folgenlos vorbeizieht. Diesem Thema kann niemals genug kritische Aufmerksamkeit zuteil werden.